Haus Kiebitz

Therapeutisches Team

Neben unseren engagierten Pädagogen wird unsere Arbeit durch zwei Therapeutinnen ergänzt.

Psychologische Betreuung

Unsere Psychologin (M.Sc.), Frau Kraus, befindet sich in weit fortgeschrittener Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin in Verhaltenstherapie und hat sich auf Klienten mit Borderline-Erkrankung spezialisiert und wird ihre Ausbildung zur DBT-Therapeutin zeitnah abgeschlossen haben. DBT – die dialektisch behaviorale Therapie nach Marsha Linehan – ist ein störungsspezifisches Konzept der Verhaltenstherapie, die spezifisch für Klienten mit einer Borderline-Störung entwickelt wurde und emotionsfokussiert sowie Skills-basiert eine sehr praxisnahe Umsetzung ermöglicht. Sie findet mittlerweile in vielen stationären Kliniken ihre Anwendung und zeichnet sich durch eine hohe Anwendungspraktikabilität aus, welche 3 zentrale Komponenten vereint: Struktur, Haltung und Strategien. Die Klienten profitieren sehr schnell von jeder einzelnen Sitzung, da ihnen praxisnahe Methoden (Skills) vermittelt werden, die sie in Folge einüben und festigen lernen.

Raum für Therapie und Gespräche, zum lernen und Kraft tanken  (den Therapeuten stehen eigene Büro- und Therapieräume zur Verfügung, so dass die Eltern auch therapeutisch einen Schutzraum haben)

Frau Kraus wird stets durch ihren Therapiehund Tobi begleitet. Neben einer umfassenden Diagnostik, nach Einzug, bietet Frau Kraus all unseren Klienten Einzel- und Gruppengespräche an. Zudem finden folgende Gruppenangebote, in Zusammenarbeit mit zwei DBT-qualifizierten Pädagogen, fortlaufend statt:

Skills-Gruppe: geschlossenes therapeutisches Gruppenangebot, in dem Mütter und Väter aktive Methoden erlernen, wie sie sich in Stress- und Überforderungssituationen verhalten können, ohne gegen sich selbst oder andere Gewalt auszuüben und somit eine verbesserte Spannungs- und Frustrationstoleranz entwickeln sowie ein verbesserter Umgang mit Gefühlen erzielen.

Soziales Kompetenztraining: geschlossenes therapeutisches Gruppenangebot für Mütter und Väter um das eigene Selbstwertgefühl zu stärken und Methoden zu erlernen sich selbst als handlungsfähig zu erleben.

Therapeutische Morgenrunde: offenes Gruppenangebot am Wochenanfang für alle Bewohner. Achtsamkeitsspaziergang: ein offenes Angebot mit dem Therapiehund Tobi für alle Bewohner und ihren Kindern.

Laura Kraus mit Tobi, dem Therapiehund

Marte-Meo-Therapie

Ein weiterer, fester therapeutischer Baustein stellt der marte-meo-therapeutische Ansatz dar. Hierfür steht Frau Fiola unseren Familien zur Verfügung. Marte Meo ist eine videogestützte therapeutische Methode, um sehr kleinschrittig und praxisnah den Eltern nahe zu bringen, Verhalten, Mimik und Gestik ihres Kindes richtig einschätzen und verstehen zu lernen. Verhaltensauffälligkeiten von Kindern können so frühzeitig in einen Kontext gesetzt werden und Zusammenhänge werden, auch visuell, durch das Video, sichtbar gemacht.

Frau Fiola filmt in regelmäßigen Abständen die für die Eltern herausfordernden Alltagssituationen (beim Baden, essen, Zähne putzen, mit dem Kind spielen etc.), und wertet diese in einem Folgetermin, dem sog. Review, wieder aus. Anhand der Videos werden gemeinsam Lernaufträge festgelegt, die in den kommenden Wochen eingeübt und trainiert werden (zum Beispiel sich selbst oder Dinge die man tut zu benennen, wenn mit dem Kind gesprochen wird). Die Lernaufträge hängen für die Eltern sichtbar, durch Fotos dargestellt, im eigenen Wohnraum, so dass auch im Alltag immer wieder daran erinnert wird.

Die pädagogischen Fachkräfte unterstützen das Einüben zusätzlich durch das Erinnern bei den täglichen Begleitungen. Vor allem Eltern, die selbst nie einen respektvollen und wertschätzenden Umgang in ihrer Kindheit erfahren haben und denen hierdurch Modelle und Handlungsstrategien fehlen, werden nachhaltig befähigt, negatives Erziehungsverhalten durch Positives und Bestärkendes zu ersetzen.

In regelmäßigen therapeutischen Kleinteams werden die aktuellen Themen und Lernaufträge zwischen den Therapeuten, den Bezugsbetreuern einer Familie und der pädagogischen Leitung besprochen, so dass eine konstant enge Verzahnung zwischen Pädagogik und Therapie gelebt werden kann.

Frau Fiola bei ihrer täglichen Arbeit, dem Schneiden und Auswerten der Videos

Heilpädagogische Förderung

Neben intensiver therapeutischer Arbeit bietet unsere Heilpädagogin ein zusätzliches Training für Eltern und Kinder an. Viele Kinder sind von deutlichen Entwicklungsdefiziten oder selbst von einer Behinderung betroffen. Die bewilligten Fördereinheiten, im Rahmen von Frühförderung oder regulären Krankenkassenleistungen (Ergo- Logo und Physiotherapie), reichen meist nicht aus, um die Defizite zu kompensieren. Unsere interne Heilpädagogische Arbeit setzt genau an dieser Stelle an. Abgestimmt auf die Ziele des Hilfeplans und in Zusammenarbeit mit allen externen therapeutischen Stellen wird für das betreffende Kind ein individueller Förderplan erstellt. In wöchentlichen Einzel und Gruppenterminen, stets gemeinsam mit den Eltern, werden die Kinder gezielt unterstützt, bereits entwickelte Kompetenzen werden stabilisiert und neue Fähigkeiten implementiert. Auch hierbei erfolgt eine regelmäßige Abstimmung mit den Pädagogen sowie den anderen therapeutischen Fachkräften unserer Einrichtung.